Ein Corporate Newsroom ist eine Organisationsform der Unternehmenskommunikation, in der Themen zentral geplant und über alle Kanäle hinweg gesteuert werden — statt getrennt nach Presse, Social Media, Intranet und Website. Ein Corporate Newsroom ist damit zuerst eine Frage der Aufbau- und Ablauforganisation und erst danach eine Frage der Software.

Der Name führt in die Irre: Es geht nicht um einen Raum mit Bildschirmen. Entscheidend ist, dass die Verantwortung für ein Thema nicht mehr beim Kanal liegt, sondern beim Thema selbst.

Wozu dient ein Corporate Newsroom?

Ein Corporate Newsroom löst drei Probleme, die in kanalgetrennten Kommunikationsabteilungen regelmäßig auftreten:

Wie ist ein Corporate Newsroom aufgebaut?

Vier Bestandteile finden sich in nahezu jeder Umsetzung:

1
Themenverantwortung
Eine Person verantwortet ein Thema über alle Kanäle hinweg — inhaltlich, nicht handwerklich.
2
Kanalverantwortung
Eine andere Person verantwortet einen Kanal über alle Themen hinweg — Format, Ton, Zeitpunkt.
3
Redaktionskonferenz
Ein fester Takt, in dem Themen bewertet, priorisiert und zugewiesen werden. Ohne diesen Takt zerfällt der Newsroom binnen Wochen in die alten Kanalsilos.
4
Themenspeicher und Redaktionsplan
Ein gemeinsamer Ort für alles, was kommen könnte, und einer für das, was verbindlich kommt.

Wie unterscheidet sich ein Corporate Newsroom von einer Pressestelle?

Pressestelle

Ein Kanal mit einer Zielgruppe: Journalistinnen und Journalisten.

Erfolg heißt Veröffentlichung in einem Medium.

Zuständig für ein Medium.

Corporate Newsroom

Eine Steuerungsebene über allen Kanälen, die Pressearbeit einschließt.

Erfolg heißt Wirkung auf ein Thema, unabhängig davon, welcher Kanal sie erzeugt.

Zuständig für ein Thema.

Eine Pressestelle geht nicht verloren, wenn ein Corporate Newsroom entsteht — sie wird zu einem von mehreren Kanälen darin. Genau dieser Statuswechsel ist in der Praxis der schwierigste Teil der Einführung.

Braucht ein Corporate Newsroom eigene Software?

Kurz gesagt

Nicht am Anfang. Aber ab einer bestimmten Größe entscheidet die Software darüber, ob das Modell hält.

Ein Newsroom mit drei Personen funktioniert mit einer Tabelle und einem festen Termin. Ab etwa einem Dutzend Beteiligten und mehr als fünf Kanälen kippt das: Der Themenspeicher veraltet, der Redaktionsplan existiert in vier Fassungen, und niemand kann mehr sagen, was ein Thema tatsächlich bewirkt hat.

Software ersetzt die Organisationsform dabei nicht. Ein Corporate Newsroom, der ohne klare Themenverantwortung eingeführt wird, wird durch ein Werkzeug nicht besser — nur teurer.

Woran scheitern Corporate Newsrooms?

Die Rollen bleiben unverändert.
Wenn dieselben Personen weiter nach Kanälen denken und nur der Konferenzname wechselt, ändert sich nichts.
Die Konferenz wird zum Statusbericht.
Eine Redaktionskonferenz, in der reihum berichtet wird, priorisiert nicht. Sie muss Themen bewerten und zuweisen.
Es fehlt die Rückmeldung.
Ohne Messung, was ein Thema bewirkt hat, bleibt Priorisierung Geschmackssache — und fällt auf die lauteste Stimme zurück.
Die Leitung bleibt außen vor.
Ein Newsroom, dessen Prioritäten die Geschäftsführung nicht kennt, wird bei der ersten Eilmeldung überstimmt.

Wie unterstützt DAI-CIS einen Corporate Newsroom?

Umsetzung in DAI-CIS

DAI-CIS ist ein Communication Intelligence System für Kommunikationsabteilungen in Unternehmen, Städten und Gemeinden. Es bildet die vier Bestandteile eines Corporate Newsrooms als zusammenhängende Objekte ab, statt sie auf getrennte Werkzeuge zu verteilen.

Themen tragen ihre eigene Verantwortung und ihren eigenen Verlauf. Der Redaktionsplan ordnet ihnen einen Zeitraum und eine Person zu und kennt dabei Abwesenheiten und Feiertage. Die Redaktionskonferenz ist ein eigenes Objekt mit Tagesordnung und Beschlüssen, kein Kalendereintrag. Und das Themenradar führt die Wirkung wieder auf das Thema zurück, aus dem sie entstanden ist.

Der praktische Effekt ist weniger die Bedienung als die Verbindung: Priorisierung, Planung und Wirkung liegen an derselben Stelle — der Rückkopplungsschleife, an der die meisten Newsroom-Einführungen scheitern.